EIN SPAZIERGANG DURCH ALLSTEDT – Sachsen-Anhalt, Landkreis Mansfeld-Südharz, Stadt Allstedt
Mai 2025
Anzeige –Standortentwicklungsgesellschaft Mansfeld-Südharz mbH
Wer Allstedt zu Fuß erkundet, wird schnell auf den neuen Thomas-Müntzer-Rundweg aufmerksam, der zu historisch wichtigen Gemäuern und Sehenswürdigkeiten der Stadt führt. Solche durchdachten Rundwege schätze ich immer sehr, denn so hat man die Möglichkeit den Ort zu erkunden und dabei keine wichtigen Stationen zu verpassen.
Folgt dazu einfach der Beschilderung oder dem Logo Müntzers, das kaum zu übersehen ist. Weitere Informationen gibt es kurz und kompakt auf den markanten dunkelroten Hinweistafeln entlang des Weges.
Neben dem Schloss, der Wigberti-Kirche und der Johanniskirche, führt euch der Rundweg auch zum Rathaus am Markt. Hier gründeten Müntzer und dessen Anhänger am 24.07.1524 den Allstedter Bund, ein Schutz- und Trutzbündnis zur Verbreitung Müntzers Ideen.
2024 wurde zu Ehren des Reformators hier ein Denkmal erbaut.
Thomas Müntzer als zentrale Figur in 2025. Mit kaum einer anderen historischen Persönlichkeit habe ich mich je intensiver beschäftigt.
Schloss Allstedt
Die imposante Anlage am nordöstlichen Stadtrand Allstedts wurde bereits im 9. Jahrhundert erstmals als „Alstediburg“ erwähnt.
Als Kaiserpfalz war Allstedt im 10. bis 13 Jahrhundert eines der bedeutendsten politischen Zentren des Heiligen Römischen Reiches.
Doch was ist denn nun eigentlich eine Kaiserpfalz?
Herrscher hatten früher, etwa vom Jahre 500 bis 1250, keinen festen Regierungssitz. Mangels Telefon und Internet, waren sie praktisch ununterbrochen auf Achse durch ihr Herrschaftsgebiet. Eine Kaiserpfalz diente dann sozusagen als „Regierungssitz auf Zeit“, hier traf sich dann alles, was Rang und Namen hatte.
Auch während des Deutschen Bauernkriegs spielte Schloss Allstedt eine bedeutende Rolle: am 13.07.1524 hielt Thomas Müntzer hier seine Fürstenpredigt, in der er die Willkür der Obrigkeit und ihre mangelnden Reformtätigkeiten anprangert. Sie gilt als Meilenstein demokratischer Gedanken.
Seit dem 13.07.2025, also 501 Jahre später, öffnet sich das altehrwürdige Portal nach über dreijähriger Sanierungszeit durch die Kulturstiftung Sachsen-Anhalkt nun teilweise wieder für Gäste.
