Sächsischer Weinwanderweg: mediterranes Flair direkt vor der Haustür

 

SÄCHSISCHER WEINWANDERWEG – Sachsen, Elbtal   

Juni 2025   

Pirna Posta ➡️ Diesbar Seußlitz

↔️ 89 km auf 6 Etappen

Ein neues Wanderabenteuer stand bevor, dieses Mal direkt vor der Haustür. Denn der Sächsische Weinwanderweg beginnt auf der rechten Elbseite in Pirnas Stadtteil Posta.

6 Etappen, aber nur 5 Tage Zeit dafür, das heißt gute Planung und einige Zusatzkilometer pro Tag. Das Streckenprofil wird als „einfach“ beschrieben, sodass das kein Problem darstellt. Dennoch rate ich immer dazu, sich an die Etappenvorschläge zu halten. Insbesondere die Suche nach Unterkünften wird dadurch meistens erleichtert.

Da sich der Sächsische Weinwanderweg allerdings im Großraum Dresden entlangschlängelt, gab es bei der Unterkunftsuche keine größeren Probleme. 

Die Strecke ist bestens markiert und es gibt viele Hörstationen entlang des Weges, durch die über den jeweiligen Ort, das Weingut oder den Weinberg informiert wird. Sehr interessant!

 
Etappe 1 + Teil von 2
Pirna Posta ➡️ Wachwitz
↔️ 18 km
🕐 ca. 5 Stunden

Die 1. Etappe des Sächsischen Weinwanderwegs endet eigentlich in Pillnitz. Um die besagte Zeiteinsparung zu erreichen, ging es noch einige Kilometer weiter, bis nach Wachwitz.

Teilstrecken des Fernwanderwegs bin ich bereits gewandert, so auch den Burglehnpfad, mit dem es nach einem steilen Anstieg in Posta losgeht.
Der erste von vielen herrlichen Ausblicken: auf Pirna.
An den Wesenitzhängen entlang erwandert man bald Graupa, mit dem Jagdschloss und den zugehörigen Richard-Wagner-Stätten.

In Oberpoyritz erreichen wir die ersten Weingüter und größeren Weinberge Dresdens, die Sonne knallt, der Boden ist sandig – ein Feeling wie in der Toskana.
Weitere atemberaubende Ausblicke auf Schloss Pillnitz , die Weinbergkirche und Dresden warten.
An den schönen Häusern, die wir passieren, kann ich mich kaum sattsehen.

Ankunft am späten Nachmittag in Wachwitz, eine tolle 1. Etappe!

 
Etappe 2 + Teil von 3
Wachwitz ➡️ Radebeul
↔️ 22 km
🕐 ca. 5 Stunden

Der 2. Tag begann mit dem Dresdner Stadtteil Loschwitz, für mich einer der charmantesten Stadtteile Dresdens.
Alte Villen, romantische Gärten und der Körnerplatz mit Schwebe- und Standseilbahn.

Unterhalb der Dresdner Schlösser (Eckberg, Lingnerschloss, Albrechtsberg) ging es ein Stück den rechtsseitigen Elberadweg entlang. Da mir alle drei bereits bekannt sind, hoben wir uns die Kräfte für den weiteren Tag auf, ohne einen Abstecher zu machen.

Im weiteren Verlauf folgte viel Dresdner Stadtgebiet: Neustadt, Albertstadt, Trachau. In Wilder Mann endete dann offiziell die 2. Etappe. Für uns ging es noch ein Stück weiter, durch das Waldgebiet „Junge Heide“ im Norden, mit dem wir Dresden verließen und Radebeul erreichten.

Da es am selbstgewählten Tagesendpunkt keine Unterkünfte gab, wichen wir nach Reichenberg aus, mit insgesamt ca. 6 km Umweg.

Im gesamten Verlauf des Sächsischen Weinwanderwegs war die 2. Etappe die schwächste für mich. Aber eine muss es immer werden.

 
Etappe 3 + Teil von 4
Radebeul ➡️ Weinböhla
↔️ 20 km
🕐 ca. 5 Stunden

Der letzte Abend hatte mit Gewitter und Sturm zumindest eine kleine Abkühlung gebracht, doch weiterhin kletterten die Temperaturen konstant auf weit über 30°C. Eigentlich so gar nicht mein Wetter, doch mit gutem Sonnenschutz, Hut und heller Kleidung war es doch irgendwie auszuhalten. 

Von Reichenberg aus wanderten wir zurück zum Ortseingang Radebeul, wo wir den Weinwanderweg am Vorabend verlassen hatten.
Wenig später erreichten wir bereits die Radebeuler Weinhänge. Auf diesen Abschnitt hatte ich mich besonders gefreut, denn vom historischen Spitzhaus und der Spitzhaustreppe ist der Weitblick ins Elbtal besonders atemberaubend.

Viele große und bekannte Weingüter liegen hier, wie das Weigut Aust oder das Weingut Hoflößnitz.
Auch das wohl bekannteste Sachsens liegt auf der Strecke, im Radebeuler Stadtteil Niederlößnitz: Schloss Wackerbarth.

Für mich definitiv einer der schönsten Abschnitte, wenn man aus den Weinbergen herunter, mitten ins Schlossgelände hinein wandert. Kaum zu glauben, dass ich Wackerbarth an diesem Tag zum ersten Mal besuchte.

Unterhalb der Weinhänge schlängelt sich der Wanderweg weiter bis nach Weinböhla und ist immer wieder mit herrlichen Ausblicken gespickt, definitiv eine der aufrengendsten Etappen!

 
Etappe 4 + 5
Weinböhla ➡️ Meißen
↔️ 23 km
🕐 ca. 5 Stunden


Der 4. Tag auf dem Sächsischen Weinwanderweg begann mit zwei Türmen, dem Friedensturm und dem König-Albert-Turm (wenn’s kein Bismarck-Turm ist, ist einer von König Albert, ich sag’s euch) .

Am südöstlichen Rand der Burggrafenheide schlängelt sich der Pfad weiter bis nach Oberau, wo es direkt über das Gelände des imposanten gleichnamigen Wasserschlosses geht. Übrigens eines der ältesten seiner Art in Sachsen!

Das Landschaftsschutzgebiet Nassau, was für uns vor allem einen schier endlosen Feldweg bei sengender Hitze darstellte, überlebten wir dann Dank der reich behangen Kirschbäume doch besser als erwartet…

Doch schon bald kam das Spaar-Gebirge in Sicht und mit ihm die grandiose Aussicht von der Boselspitze. Die bleibt definitiv in Erinnerung!

Noch ein paar wenige Kilometer weiter und wir erspähten den Meißner Dom und die Albrechtsburg, der letzte Abend vor dem Finale des Sächsischen Weinwanderwegs brach an.

 

Etappe 6
Meißen ➡️ Diesbar-Seußlitz
↔️ 18 km
🕐 ca. 4,5 Stunden


Der 5. und letzte Tag auf dem Sächsischen Weinwanderweg versprach nochmal so richtig heiß zu werden.

Wenig Schatten, aber dennoch viele schöne Abschnitte hat auch diese letzte Etappe zu bieten.
Raus Meißen und die Katzentreppen empor, mit einem letzten Blick auf Meißner Dom und Albrechtsburg, kam bald schon das Weingut Schloss Proschwitz in Sicht.
Gern hätte ich mich hier noch länger aufgehalten, doch die Sonne mahnte etwas zur Eile.

Entlang der Elbtalhänge zwischen Rottewitz und Zadel eröffnet sich immer wieder ein schöner Blick auf die Elbe, einzig der lange Marsch zwischen Zadel und Golk ist etwas öde.

In Diesbar erreicht man kurz vorm Ziel die Schönste Weinsicht Sachsens von 2020 – wirklich sehr sehenswert!

Dass das noch nicht das Ende der Sehenswürdigkeiten ist, wird einem in Seußlitz bewusst – wenn man nichtsahnend nur noch das Etappenziel vor Augen hat, aus dem Wald biegt und sich dort an der Heinrichsburg das Panorama aus Schloss Seußlitz, Schlosskirche und der kleinen Luisenburg eröffnet.

Was für ein grandioses Ende einer knappen Woche Abenteuer auf dem Sächsischen Weinwanderweg und wieder einmal die Erkenntnis, wie schön wir es in Sachsen haben.

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